Angesichts des rasanten Einwohnerzuwachses muss die Stadt Stuttgart ihre Wohnungsbauziele dringend korrigieren

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„Der Oberbürgermeister und die Gemeinderatsmehrheit müssen endlich die Realitäten am Wohnungsmarkt zur Kenntnis nehmen und ihre viel zu niedrigen Wohnungsbauziele korrigieren“, stellt Mietervereinschef Rolf Gaßmann angesichts des enormen Einwohnerzuwachses der Stadt Stuttgart fest. So mache die heute in den Stuttgarter Nachrichten veröffentlichte Gegenüberstellung von Wohnungsneubau und Einwohnerzuwachs deutlich, dass Stuttgart seit dem Jahr 2010 um 6.800 Einwohner pro Jahr gewachsen ist, was einem zusätzlichen Wohnungsbedarf von 3.400 Wohnungen pro Jahr entspricht. Tatsächlich sind aber zwischen 2010 und 2015 nur durchschnittlich 1.300 neue Wohnungen pro Jahr entstanden, also weniger als 40 Prozent des zusätzlichen Bedarfs.

Dass die Stadt angesichts des Einwohnerzuwachses ihr jährliches Neubauziel von 1.800 Wohnungen nicht längst korrigiert hat, ist für den Mieterverein völlig unverständlich. „Oberbürgermeister und Gemeinderatsmehrheit müssen schleunigst ihre Realitätsverweigerung aufgeben und stattdessen Wege aus der Wohnungsmisere vorschlagen sowie auch das wachsende Stuttgart gestalten“, fordert der Mieterverein.

Dass man Einwohnerzuwachs als Chance begreifen könne, zeige die Stadt Hamburg. Dort haben sich Oberbürgermeister Scholz und Senat zur „wachsenden Stadt“ vor Jahren bekannt, mehr Baugebiete ausgewiesen und für die Wohnungsbauförderung sehr viel Geld in die Hand genommen. Erste Erfolge zeigen sich dort auch bei der Mietpreisentwicklung. So weist der vor wenigen Tagen von Empirica veröffentlichte Immobilienpreisindex aus, „dass in Hamburg seit einiger Zeit die Mieten stagnieren“. Davon können Stuttgarts Mieter nur träumen, denn ihre Stadt liegt beim bundesweiten Mietpreisranking auf Platz drei.

Gez. Rolf Gaßmann

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