Die aktuelle Wohnungsmarktanalyse des Pestel-Instituts bestätigt die Forderungen des Mietervereins nach Neuausrichtung der Wohnbauziele. Der Wohnungsbau in Stuttgart bleibt weit hinter dem Bedarf zurück

Die Berechnungen des Pestel-Instituts, dass allein für die Unterbringung von Flüchtlingen in Stuttgart jährlich fast 3.000 zusätzliche Wohnungen im bezahlbaren Preisbereich gebraucht werden, bezeichnet Mietervereinschef Rolf Gaßmann als „alarmierend für Gemeinderat und Rathausverwaltung“. Nach Einschätzung des Mietervereins wird wegen der Unterbringung der Flüchtlinge in Sammelunterkünften der Bedarf zwar nicht schon in diesem Jahr voll eintreten, aber zeitversetzt in den Folgejahren.

Hinzu komme der Bedarf, der durch die Zuwanderung in die Arbeitsplätze erfolge, so der Mieterverein. Denn in den letzten vier Jahren habe Stuttgart (noch ohne Flüchtlinge) jährlich um 6.000 Einwohner zugenommen, was einem weiteren Wohnungsbedarf von jährlich 3.000 Wohnungen entspricht.

Gaßmann: „Das Wohnungsbauziel von jährlich 1.800 Wohnungen, gesetzt vom Oberbürgermeister und vom Gemeinderat, ist durch die aktuelle Zuwanderung zur Makulatur geworden. Die städtische Wohnungspolitik muss sich auf die neuen Realitäten einstellen“. So warne das Pestel-Institut die Politik vor einem „weiter so“, um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden.

Gez. Rolf Gaßmann


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