Landgericht erklärt Besichtigungsgebühren bei der Wohnungsvermittlung für unzulässig

von

Mieterverein Stuttgart geht gegen Abzock-Masche eines Stuttgarter Maklers vor

Bereits im Juli 2015 hatte der Mieterverein die Stuttgarter Maklerfirma Dr. Zacher abgemahnt, weil sie von Wohnungssuchenden Besichtigungsgebühren zwischen 35 Euro und 50 Euro einforderte. „Angesichts der neuen Wohnungsnot, wenn sich circa 300 Wohnungssuchende für eine ausgeschriebene Mietwohnung bewerben, kassiert der Makler damit für das Durchschleusen erhebliche Beträge.“ Mietervereinschef Rolf Gaßmann sieht in diesem Maklertrick eine klare Umgehung des Wohnungsvermittlungsgesetzes. Nachdem der Makler nicht bereit war, sein Treiben einzustellen und eine entsprechende Unterlassungserklärung zu unterschreiben, hatte der Mieterverein bereits im Oktober 2015 Klage beim Landgericht eingereicht. Am 2. Mai 2016 wurde nunmehr vor dem Landgericht Stuttgart verhandelt. Dabei machte die vorsitzende Richterin klar, dass das Gericht der Argumentation des Maklers nicht folgen könne. Dieser hatte sich als Dienstleister bezeichnet, für den das Wohnungsvermittlungsgesetz angeblich nicht gelte. Das Gericht sah in der Tätigkeit von Zacher jedoch einen typischen Fall der Nachweistätigkeit eines Maklers. Das Gericht legte dem Beklagten Makler deshalb nahe anzuerkennen. Andernfalls werde die Urteilsverkündung Mitte Juni erfolgen.

Der Mieterverein Stuttgart hat damit einen weiteren wichtigen Erfolg für alle Wohnungssuchenden erzielt, denen zukünftig Besichtigungsgebühren erspart bleiben beziehungsweise die nach Urteilsverkündung bezahlte Besichtigungsgebühren vom Makler zurückfordern können.

Gez. Rolf Gaßmann

Zurück