Mieterverein: „Angesichts wachsender Wohnungsnot muss der Gemeinderat von seiner Doktrin der Innenentwicklung abrücken“

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„Offensichtlich erkennt die Stuttgarter Bevölkerung die Notwendigkeit, mehr Flächen für den Wohnungsbau auszuweisen, deutlich besser, als der Gemeinderat“, stellte Mietervereinsvorsitzender Rolf Gaßmann angesichts der im Auftrag der Wüstenrot AG veröffentlichten aktuellen Umfrage zur „wachsenden Stadt“ fest.

Auch der Mieterverein kritisiert seit langem, dass die Verantwortlichen in der Stadt die rasante Bevölkerungszunahme von jährlich durchschnittlich 8.000 Einwohnern in den letzten 5 Jahren leider nicht zur Kenntnis nehmen. Das von Gemeinderat und OB Fritz Kuhn gesetzte Wohnungsbauziel von nur 1.800 Wohnungen pro Jahr decke nicht einmal die Hälfte des Bedarfs, der allein durch die jährliche Zuwanderung entsteht. Damit nehme der Wohnungsmangel in Stuttgart von Jahr zu Jahr noch weiter zu.

Es sei „unredlich“, wenn sich der Sprecher der Stadt bei der Beschränkung auf die Innenentwicklung nunmehr auf das Bündnis für Wohnen beziehe, so Gaßmann. Gerade im Bündnis sei dieses Dogma heftig kritisiert worden. Der OB habe aber klar gemacht, dass davon nicht abgewichen könne, weil die breite Mehrheit des Gemeinderats dies so wolle.

„Der Gemeinderat muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass die Bevölkerungsentwicklung der Stadt durch die wirtschaftliche Entwicklung bestimmt wird“, erklärte Gaßmann. Starke Unternehmen in Stuttgart würden weitere Arbeitsplätze schaffen. Zudem würden in den nächsten Jahren tausende Arbeitnehmer in Rente gehen, hier wohnen bleiben und durch Zuwanderung ersetzt werden müssen. „Entweder sorgt die Stadt auch für ausreichend Wohnbauflächen oder die Wohnungspreise werden weiter explodieren und die Wohnungsnot wird noch zunehmen“, stellt der Mieterverein fest.

Gez. Rolf Gaßmann

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