Stuttgarter Maklerin macht mit Lügen Stimmung

gegen die Reform des Maklerrechts

Als „zutiefst unanständig“ bezeichnet Mietervereinschef Rolf Gaßmann das Vorgehen der Maklerfirma Schmid-Immobilien gegenüber armen Wohnungssuchenden. So wurde ein Bewerber auf eine von Schmid-Immobilien inserierte Wohnung mit folgender Begründung abgelehnt: „Gerne hätte ich…das Objekt gezeigt. Allerdings können wir – aufgrund der neuen Gesetzeslage – nur noch an berufstätige Mieter vermieten. Wohnberechtigungsscheine/Maklerscheine dürfen wir nicht mehr annehmen. Tut mir leid. Sie können sich bei der SPD bedanken – das Gesetz, mit dem die Schwächsten unserer Gesellschaft geschädigt werden, kommt von Heiko Maas (SPD).“

„Mit diesen Behauptungen sollen offensichtlich Arme gegen die Reform des Wohnungsvermittlungsgesetzes aufgehetzt werden. Dabei enthält das Maklerschreiben ausschließlich Lügen“, stellt Mietervereinschef Rolf Gaßmann empört klar:

  • Das Vermitteln einer Wohnung an nicht Berufstätige ist und bleibt selbstverständlich nicht verboten.
  • Wohnberechtigungsscheine dürfen und sollten sogar weiterhin vom Vermieter einer Sozialwohnung angenommen werden.
  • Maklerscheine, die beinhalten, dass das Sozialamt die Vermittlungsgebühr übernimmt,

dürfen nach dem ab Juni 2015 in Kraft tretenden Maklerrecht zwar noch ausgestellt werden, jedoch nur dann, wenn der Makler allein im Auftrag des Mieters tätig wird. Ansonsten hat der Vermieter die Maklergebühr zu bezahlen. Das neue Besteller-Prinzip bei der Maklergebühr gilt für arme und reiche Wohnungsbewerber. Die vorliegende Bewerbung war zudem vom 1. Mai, also gilt bisheriges Maklerrecht.

Als pure Dreistigkeit bezeichnet Gaßmann die Krokodils-Tränen der Maklerin über die angebliche „Schädigung der Schwächsten unserer Gesellschaft“. Tatsächlich beseitige die Reform des Maklergesetzes endlich die Schädigung von Wohnungssuchenden durch Makler, die zwar im Auftrag des Vermieters tätig sind, aber die Höchstprovisionen allein vom Mieter kassieren. So wirbt auch Maklerin Schmid auf ihrer Homepage mit dem Satz „Kostenlos für Vermieter“.

Der Mieterverein hat das Lügen-Schreiben auch an die Bundestagsabgeordnete Ute Vogt weitergeleitet, mit der Bitte über das Justizministerium zu klären, ob es Teil einer Maklerkampagne oder nur ein schlimmer Einzelfall sei. Der Mieterverein bittet zudem alle Wohnungssuchenden, ähnliche Erfahrungen mit Maklern dem Verein zu melden (Tel. 21016-0).

Gez. Rolf Gaßmann


Zurück