Stuttgarts Kommunalpolitiker sollten beim Wohnungsbau das Gemeinwohl vertreten und die vom Gemeinderat beschlossenen Bauflächen auch verteidigen!

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„Angesichts des sich jährlich vergrößernden Wohnungsmangels kann nur mehr Neubau der Not vieler Wohnungssuchenden abhelfen“, stellt der Mieterverein fest. So habe allein im letzten Jahr Stuttgarts Einwohnerzahl um über 8.000 Menschen zugenommen, was einem zusätzlichen Bedarf von 3.500 Wohnungen entspricht. Weil gerade einmal halb so viele Wohnungen zusätzlich neu entstanden sind, hat sich die Wohnungsnot auch 2015 noch weiter verschärft.

„Der Mieterverein betrachtet mit großer Sorge, dass immer wieder dringend notwendige Neubauvorhaben an lokalen Widerständen und an manch populistischen Kommunalpolitikern scheitern“, stellt Mietervereinschef Rolf Gaßmann fest. Er kritisiert, dass der Bau von 100 Mietwohnungen durch Nachverdichtung im Fasanenhof offensichtlich zu scheitern droht. Es sei heute leider schon Normalität, dass die Wohnungsbesitzenden sich gegen Neubebauung in ihrem Umfeld zur Wehr setzen und in der Regel dafür ökologische Gründe anführen. „Alle beklagen den Mangel an Wohnungen, doch niemand will den Neubau in der Nähe seines Vorgartens.

Umso wichtiger ist es, dass Mitglieder des Gemeinderats im Sinne des Gemeinwohls an den vom Gemeinderat beschlossenen Wohnbauflächen festhalten und sie auch gegenüber den betroffenen Bürgern vertreten“, fordert Gaßmann.

Scharf verurteilt der Mieterverein die dauernden Versuche der CDU-Gemeinderatsfraktion, für den Wohnungsbau geeignete Flächen ganz oder teilweise zu streichen. So habe die CDU zunächst den Neckarpark als Wohnsiedlung zu verhindern versucht, danach den Wohnungsanteil im IBM-Areal zusammen streichen wollen und macht nunmehr Stimmung gegen genossenschaftliches Wohnen im Fasanenhof. „Wer für die Bürger als Großstadtpartei wählbar sein will, sollte etwas gegen die neue Wohnungsnot in Stuttgart unternehmen und nicht den Wohnungsbau laufend verhindern wollen“, warnt der Mieterverein.

Gez. Rolf Gaßmann

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