Neue Studie belegt: Stuttgart ist bundesweites Schlusslicht der Großstädte beim Wohnungsbau

Als „beschämend für Gemeinderatsmehrheit und Stadtverwaltung“ bezeichnet Mietervereinschef Rolf Gaßmann die Folgen ihres Festhaltens am viel zu geringen Neubauziel von nur 1.800 Wohnungen pro Jahr: „In Stuttgart wird gerade einmal ein Viertel des notwendigen Wohnungsbedarfs erstellt“, kritisiert der Mieterverein.

Die am 07.02.17 veröffentliche Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft „Zuwanderung in die Großstädte und resultierende Wohnungsnachfrage“ vergleicht die bundesdeutschen Großstädte und die eigentlich notwendige Wohnbauleistung zur Bewältigung der Zuwanderung bis zum Jahre 2020.

Von den sieben aufgeführten Großstädten tut Stuttgart am wenigsten für die Bereitstellung von ausreichend Wohnraum: Der jährliche Baubedarf für Stuttgart beträgt laut Studie 5.170 Wohnungen (Seite 18), der Nettozuwachs an Wohnungen beträgt aber nur 1.400 Wohnungen pro Jahr (Seite 22). Damit werden durch Neubau in Stuttgart nur 27 Prozent des jährlichen Wohnungsbedarfs erstellt (Seite 23). Deutlich besser liegt Frankfurt, wo durch erhebliche städtische Investitionen in den Wohnungsbau und Vorrang für den Mietwohnungsbau immerhin 45 Prozent des Bedarfs befriedigt werden. Der Durchschnittswert aller Großstädte liegt bei 33 Prozent.

Die mangelnde Bereitstellung von Flächen für den Wohnungsbau gefährdet nach Auffassung des Mietervereins auch den Wirtschaftsstandort Stuttgart. So werden allein durch das Erreichen des Rentenalters der geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten 15 Jahren 40.000 Arbeitsplätze in Stuttgart zu besetzen sein. „Dies kann nur gelingen, wenn die Verantwortlichen in der Stadt sich auch um ausreichenden Wohnraum kümmern und den Wohnungsbau nicht länger deckeln“, so Gaßmann. „OB Kuhn und die Gemeinderatsmehrheit müssen in der Wohnungsbaupolitik endlich die Realitäten der Zuwanderung anerkennen und ihre Wohnbauziele diesem Bedarf anpassen!“

Die Studie „Zuwanderung in die Großstädte und resultierende Wohnungsnachfrage“ ist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln erschienen.

Gez. Rolf Gaßmann


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