OB Kuhn und der Gemeinderat sollen Vonovia zur Mäßigung auffordern

4000 Stuttgarter Mieterhaushalte brauchen die Unterstützung der Politik

Der Stuttgarter Mietervereinsvorsitzende Rolf Gaßmann hat sich an OB Kuhn und  die Fraktionen des Gemeinderats mit der Bitte gewandt, den von Verdrängung durch Vonovia bedrohten Mietern den Rücken zu stärken und öffentlichen Druck auf das börsennotierte Unternehmen auszuüben.

Vonovia besitzt allein in Stuttgart über 4.000 Wohnungen und hat inzwischen in verschiedenen Stadtteilen mit Modernisierungen begonnen, so in Gablenberg, im Nordbahnhof, in Bad Cannstatt und im Dürrlewang. Wegen der angekündigten Mieterhöhungen sind die dort wohnenden Mieter in großer Angst, ihre Wohnungen zu verlieren.

Für Vonovia dagegen sind Modernisierungen ein super Geschäft: Sie erhält den Wertzuwachs ihrer Gebäude über die Modernisierungsumlage in 9 Jahren allein von den Mietern bezahlt und kann zudem ihre Aufwendungen steuermindernd geltend machen.

In diesen Tagen hat der Gemeinderat von Konstanz sich mit einer Resolution gegen das Geschäftsgebaren von Vonovia ausgesprochen und OB Burchardt hat mit einer eindrucksvollen Video-Botschaft die Praktiken von Vonovia als „unangemessen um nicht zu sagen unanständig“ bezeichnet und kritisiert, dass Mieter aus ihren Wohnungen „hinausmodernisiert“ werden.

Die  Mietervereine im Land kämpfen zwar mit juristischen Mitteln gegen das Hinausmodernisieren an, weil u. a. von Vonovia  zu tragende notwendige Instandhaltungskosten den Mietern in Rechnung gestellt werden. „Die Mieterhaushalte erwarten aber auch die politische Unterstützung durch Oberbürgermeister und Gemeinderat“, stellt Gaßmann fest. „Wenn die unanständigen Praktiken des Wohnungsunternehmens auf breiter Front mehr und mehr in die Kritik geraten, wird dies nicht gut sein für deren Aktienkurs“, erklärt der Mieterverein und erhofft ein Einlenken der Unternehmens.

Gez. Rolf Gaßmann

Anlage


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